Natalizumab: Neue Daten zu Hirninfektion bei MS-Therapie

Ich gehöre auch zur Risikogruppe, aber ich habe keine Angst, denn ich werde engmaschig überwacht. Bei jeder 2. Infusion Blutabnahme und alle 6 Monate MRT. Und bei den kleinsten Anzeichen beides sofort zwischendurch und ggf. Lumbalpunktion *örks* – wie im November geschehen. War reine Vorsichtsmaßnahme, die zum Glück keinen Nachweis auf PML brachte. *uff*

Danke Toby für den Beitrag, den ich auch gern übernehme:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=37725

Natalizumab: Neue Daten zu Hirninfektion bei MS-Therapie

Die Therapie mit dem Immunmodulator Natalizumab (Tysabri®), der gegen schubförmig verlaufende Multiple Sklerose (MS) eingesetzt wird, erhöht das Risiko für eine seltene aber schwerwiegende Hirninfektion, die Progressive Multifokale Leukenzephalopathie (PML). Dabei steigt das PML-Risiko mit der Dauer der Therapie beziehungsweise der Anzahl der Natalizimab-Infusionen, wie neueste Daten der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zeigen.Bei einer Behandlungsdauer von bis zu zwei Jahren (das entspricht 1 bis 24 erhaltenen Natalizumab-Infusionen) liegt die PML-Inzidenz demnach bei 0,3 Fällen von 1000 Patienten, nach 25 bis 36 erhaltenen Infusionen sind es 1,5 Fälle von 1000 Patienten.

Nach einer Behandlungsdauer von 3 bis 4 Jahren (37 bis 48 Infusionen) ist die Inzidenz mit 0,9 Fällen von 1000 Patienten etwas niedriger, allerdings sind die Daten zur Langzeitanwendung des Wirkstoffs begrenzt. Insgesamt traten bei bisher 82 732 mit Natalizumab behandelten Patienten 102 Fälle von PML auf. Das erhöhte Risiko für die potenziell tödlich verlaufende PML unter Natalizumab erklärt sich über den Wirkmechanismus des Biologicals: Der monoklonale Antikörper blockiert die Integrin-Rezeptoren der Leukozyten und verhindert so, dass diese die Blut-Hirn-Schranke überwinden und ins Gehirn einwandern. Das bremst nicht nur die Entzündungsreaktion im Gehirn, sondern erhöht auch das Risiko für zerebrale Infektionen wie die PML. Die gleichzeitige Gabe von Immunsuppressiva wie Azathioprin, Methotrexat oder Cyclophosphamid ist daher kontraindiziert.

Die Daten der FDA zeigen nun, dass auch eine Immunsuppression, die vor dem Start der Natalizumab-Therapie bereits abgeschlossen ist, das PML-Risiko zusätzlich erhöht. Der Einfluss einer vorangegangenen Therapie mit Immunmodulatoren wie β-Interferonen und Glatirameracetat oder einer kurzzeitigen Corticosteroid-Gabe auf das PML-Risiko unter Natalizumab wurde laut FDA noch nicht untersucht.

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