5 Wochen – nur 5 Wochen!!!

Auf den Tag genau – 5 Wochen nach meiner Portexplantation “fiel” mein Schorf ab.

Oder ich muss ehr sagen, unfreiwillig blieb die Hälfte am Pflaster kleben und weil nix blutete und alles trocken war, konnte ich mich nicht beherrschen und glubberte den Rest auch noch ab.

Aber mal von Anfang an.

Seit Juni hatte ich ja nun heftigste Probleme mit meinem Port bzw. immer wieder Entzündungen der Porttasche.

Nach dem DK Urlaub wurde am 08.07.2013 eine Portkorrektur vorgenommen. Danach dachte ich – cool – der Port sitzt jetzt super, die Narbe sah auch wieder sehr gut aus. Auch das Gefühl “Fremdkörper” in mir, war sofort weg. Zuerst hatten wir ja Angst das ich nicht mit Schatzi in den Sommerurlaub fahren konnte, was sich aber als unnütz erwies, denn es heilte super gut.

Auch habe ich gedacht – okay – Port wird erst nach dem Urlaub angestochen. So hat das alles schön Zeit abzuheilen.

Da es ja immer anders kommt, als man denkt/plant … bekam ich dann im Urlaub Probleme und wir besuchten die Uniklinik in Lübeck. Dort musste ich mal wieder feststellen, was es für dumme und arrogante Ärzte gibt. Und das sie der Meinung sind, man hat als Patient keine Ahnung und hat den Mund zu halten. Dort sprach man vom Bluterguss in der Porttasche, weil die Haut verfärbt war. Auf meinen Hinweis, das der Fleck von der letzten Entzündung sei, fragte mich die Ärztin “Sind sie der Arzt – oder ich???” Nun ja, die Blutwerte (CRP) war nur minimal erhöht und so kühlte ich artig.

Ein paar Tage später hatte ich dann massiv Schmerzen und es war nur noch mit Kühlen auszuhalten. Und als wir am Tag nach dem Urlaub ins KH kamen, ist der Arzt dort fast umgefallen. Beim Ultraschall sah man, das die Porttasche randvoll mit einer Flüssigkeit gefüllt war. Das war nun der Zeitpunkt, an dem der Arzt entschied – Port muss raus!

Da das am Donnerstag – 08.08. war – und ich nicht übers WE warten wollte, ständig mit Angst im Bauch – drängelte ich also, das die OP am 09.08. stattfand. DAS war eine sehr gute Entscheidung, denn die Flüssigkeit in der Porttasche war der reinste Eiter und ich hätte wohl das WE nicht mehr durchgehalten. Meine Blutwerte waren äußerst schlecht.

Die Wunde wurde großflächig ausgeschabt und gespült und tamponiert. DAS war meine größte Angst – das Tamponieren und dann die Wundversorgung.

Es war richtig gruslig. Die Nacht nach der OP erwachte ich, weil ich dachte ich hätte so geschwitzt, ich war so nass, das Kopfkissen, mein Nachthemd, meine Haare. Nein, das war Wundwasser .. ekelig. Also wurde der dicke Verband noch dicker, weil nur etwas draufgeklebt wurde.

Am 2. Tag nach der OP wurde zum ersten Mal die Tamponade gezogen. Ich hatte so viel Angst davor und das das weh tut. Bekam vorher eine Schmerzspritze, was meine Angst noch grösser machte. Aber es war total harmlos – die Schwester und der Pfleger haben das super gut gemacht und mir versucht die Angst zu nehmen. Himmel – ich war vielleicht entsetzt, als ich dann hinschielte und dieses riesige Loch in mir entdeckte. Das stand voll wie ein Krater auf – und war rieeeeesig. Nix mehr schöne Narbe …

Dann wurde jeden Tag die Tamponade gewechselt. War im Grunde schmerzfrei. Bissel gezwickt und geziept hats, aber nicht der rede wert. Das Pflaster ablösen war teilweise viel schlimmer. Und meine Pflasterallergie war gruselig.

Zwischenzeitlich war ich deprimiert als meine HÄ in den Urlaub fuhr und meinte “Na, dann bis nach meinem Urlaub zum Verbinden dann” – und ich dachte – waaaaas?? Noch weitere 14 Tage????

Ich hatte auch mal Glück! Ja – ICH!!! Denn die Wunde heilte super super schnell und gut. Keine weitere Vereiterungen und die Vertretung war auch immer erfreut, als wir dann alle 2 Tage den Verband wechselten und stets sagte – oh – schon wieder so viel verheilt.

Freitag 06.09. war dann Schorf drauf und wollte sich nicht wegwischen lassen. Zuerst dachte die HÄ ist nur kristaliertes Wundwasser. Aber nein – richtiges Schorf.

Am Freitag, 13.09. war es dann soweit … und wech mit dem Schorf *kicher*

Heute Abschluss der Wundversorgung – bissel zum Schutz noch Kompresse draufgelegt und unter den Träger vom Bustier geklemmt, denn der Träger sitzt genau auf der Narbe.

Jetzt heißt es dann – Narbenbehandlung – da hab ich schon fast Übung drin.

Wie ich so bin, mussten sich zig Leute im Familien, Freundes oder Bekanntenkreis meine Narbe anschauen. Viele Reaktionen waren “oh – sieht das schlimm aus”. Find ich gar nicht, nach dem Krater hatte ich vieeel schlimmeres erwartet. Ich bin zufrieden und ich denke das zählt.

Und weiterhin ungeklärt die Frage, noch mal einen Port ja oder nein?? Ich denke ich lasse mich erst mal in der Gefäßchirurgie beraten … und entscheide mich dann vielleicht.

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2 Gedanken zu „5 Wochen – nur 5 Wochen!!!

  1. Huhu!
    Erst einmal einen dicken Glückwunsch!!! Du hast es überlebt!!! Freie mich für Dich *knuddel*

    Ja ich bin auch so ein Hosenschisser. Als mein Stoma weg war, klaffte da ein Loch in meinem Bauch bis auf die Muskeln und das muss ich täglich ausduschen und anfangs wurde mit der Dochtmethode, ein Stück Mull rein gesteckt. Es tut nicht weh, aber sieht soooo ekelhaft aus!!!

    Bei mir dauert es noch eine Zeit, zwar wächst es super schnell, aber erst einmal nur von unten nach oben und bis die Bauchdecke wieder zu ist, dauert und so lange gibts keine Badewanne, kein Schwimmbad,kein nichts *schmoll

    Sei mal ehrlich, bist du an der Erfahrung nicht gewachsen? So ala „Wow was ich alles schaffe, ohne schreiend weg zu rennen!“

    So geht es mir jedenfalls,naja bis dann was neues kommt *lach

    Erst einmal weiterhin gute Besserung und lass dich nicht unter kriegen und zeig jedem deine Heldennarbe!!!

    • *lach* – du verrücktes Huhn du. Hast mich voll erwischt .. klar zeige ich jedem meine Heldennarbe und kichere innerlich, wenn ich das entsetzte Gesicht sehe *lach*.

      Man sollte das meinen, das man nach solchen Erlebnissen daran wächst. Hm – aber irgendwie denke ich, ich werde noch mimöslicher.

      Jeder erzählt mir was von ausduschen … ich durfte das nicht.

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